Unsere Geschichte

Vom Unmut zum Mut!
oder: wie Erding Jetzt zustande kam

Ein Rückblick, April 2019

Einige Jahre vor der Kommunalwahl 2008, in der wir erstmals mit einer eigenen Liste angetreten sind, entwickelte sich bei dem einen oder anderen von uns ein gewisser Unmut darüber, dass die Lokalpolitik so unzugänglich und bürgerfern geworden ist. Keine Information über Sitzungen, keine öffentlichen Protokolle die leicht zugänglich waren, zu wenig Begründungen für getroffene Entscheidungen, einfach zu wenig Öffentlichkeit. Man hatte auch nicht das Gefühl, dass „denen da oben“ eine Bürgerbeteiligung irgendwie am Herzen lag.

In Erding „regierte“ damals bereits 18 Jahre lang ein und derselbe Bürgermeister, wir hatten an sich die Hoffnung, dass an der Kommunalpolitik interessierte Erdinger auch aufgenommen und mitgenommen werden. Aber das war nicht der Fall, deshalb entschlossen wir uns, eine eigene Liste zu gründen.

Weil man sich ungern alleine fühlt, stand ganz zu Beginn ein Triumvirat mit Egger, Seeholzer und Gruber. Jeder von uns kannte einige Gleichgesinnte und solche, die uns einfach nur unterstützen wollten, teils aus Sympathie, teils aus grundsätzlicher Überzeugung. Wir trafen uns und stellten schnell fest, dass unsere Überzeugungen und Ansichten, unsere Gesinnung ziemlich vergleichbar war. Nach einem sehr launigen und sympathischen Abend entstand schnell ein Plan, wie wir vorgehen wollten.

Mit Susanne Birzer, Ferdinand Klein, Sabine Zeiler-Babisch und Happe Schmidbauer fand sich schließlich ein starkes und motiviertes Team, um in der Erdinger Stadtpolitik gehörig mitzumischen. Die rechtlichen Hürden (Zulassung, Unterstützer-Unterschriften) waren schnell genommen, eine erste Liste mit 40 Erdingerinnen und Erdingern konnte aufgestellt werden. 

Die erste Wahl war spannend und ein voller Erfolg. Der Wahlspruch von Harry Seeholzer, der eigentlich von seiner Mutter stammte, schlug ein wie eine Bombe. Selbst in München wurde über uns berichtet, der Satz “Erding ist die schönste Stadt der Welt“ brachte für unseren ersten Auftritt in der Kommunalpolitik genau die Aufmerksamkeit, auf die man in der Politik angewiesen ist, gerade als Neuling.

Die Kommentare zum Wahlspruch waren einerseits voller Kritik (“Ja, wart Ihr denn noch nie in New York oder in London?”), wie auch andererseits voller Zuspruch. Ein Vergleich mit anderen Städten war im Grunde auch gar nicht beabsichtigt, die Aussage sollte sein: “Die eigene Heimat ist immer am schönsten.” Dies trifft vermutlich auch für Bürger anderer kleiner Städte und Gemeinden zu, keinesfalls wollten wir unsere Stadt damit herausheben.

Letztlich zogen wir mit den vier bis heute amtierenden Stadträten Egger, Balbach, Seeholzer und Gruber in den Stadtrat ein und stellten auf Anhieb die viertgrößte Fraktion neben sechs etablierten Parteien – ein sehr schöner und auch unerwarteter Erfolg.

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