Fünf Tage im Tunnel?

Die Bauherren eines Fußgängertunnels zwischen den zwei Erdinger Rathäusern gehen also im Zeitalter von elektrischer Datenverarbeitung, E-Mail und Telefon von täglich 300 „Aktentransporten“ zwischen den beiden Erdinger Rathäusern aus.

 

Prüfen wir das doch einmal von der praktischen Seite:

Akte nehmen, Raus aus dem Büro, den Gang lang zum Aufzug. Knöpfchen drücken, Warten bis der Aufzug kommt, Tür auf, rein, Tür zu, runterfahren in den Keller, Tür auf, raus, durch den Tunnel, Knöpfchen drücken, Warten bis der Aufzug kommt, Tür auf, rein, Tür zu, rauffahren, Tür auf, raus, den Gang lang zum Büro, Akte abliefern. Zeitaufwand so um die vier Minuten.

Bei laut Argumentation dreihundert täglich erforderlichen Aktentransporten dieser Art liegen wir damit bei 1.200 Minuten Zeitaufwand, ergibt geteilt durch 60 also täglich 20 Arbeitsstunden!!!

Und wenn nicht zufällig eine andere Akte zur Rücktransport bereitliegt, das Ganze in die andere Richtung nochmal im Leerlauf. Dann sind wir bei 2.400 Minuten und damit bei 40 Arbeitsstunden.

Das bedeutet, dass täglich die Arbeitszeit von fünf Vollzeitkräften damit verbracht wird, Akten im Tunnel hin und her zu transportieren.

Damit ist eines klar: egal ob dieser Tunnel 500.000,– Euro oder 2 Millionen kostet, das teuerste daran wäre die Arbeitszeit, die darin verloren ginge. Die Stadtverwaltung hat somit kein Tunnelproblem, sondern ein Organisationsproblem!!!

 

Und noch so ein Pro-Tunnel-Argument: Drohender Datenverlust!

Schon vor fünftausend Jahren schafften es Menschen wie der berühmte Ötzi, ihren Zunder trocken über die Alpen zu bringen (und damals gab es noch nicht mal eine Plastiktüte). Den Mitarbeitern der Erdinger Stadtverwaltung wird indes nicht zugetraut, eine Akte sicher über einen Zebrastreifen auf die gegenüberliegende Straßenseite zu bringen.

Thomas Schmidbauer

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